Aktuell stehen mehrere Tätigkeitsfelder im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege:
Kulturlandschaft:
Der Landesverein für Heimatpflege hat sich den angemessenen und in die Zukunft gerichteten Umgang mit der Landschaft zu einem Schwerpunkt seiner Aktivitäten gemacht.
Er verfolgt seine Ziele in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten der verschiedenen Behörden, den Natur- und Landschaftsverbänden sowie den örtlichen Kreis- und Stadtheimatpflegern. Er setzt sich insbesondere ein für eine landesweite Erfassung der historischen Kulturlandschaftselemente um dem schleichenden Verlust an Kulturlandschaft in Bayern wirksam zu begegnen. Darüber hinaus engagiert er sich für eine Reduzierung des Flächenverbrauchs in Bayern.
Bräuche
Sie geben dem Leben Rhythmus, heben es aus der Monotonie des Alltags heraus. Die Bedeutung von Bräuchen greift aber noch viel weiter, geben sie doch dem Menschen soziale Bindung, gesellschaftliche Orientierung, regionale Identität. Bräuche haben damit Wert und Sinn. Sie sind notwendig, sonst gäbe es sie nicht. Bräuche kommen und gehen, ändern sich und werden neu erfunden. Sie sind also nicht statisch, sondern passen sich den veränderten Lebensbedingungen an. Aufgabe der Heimatpflege ist es, Herkunft, Sinn und Wert von Bräuchen bewusst zu machen, aber auch den Blick zu schärfen zur Unterscheidung von Brauch und „Missbrauch“.
Mit dem Projekt BrauchWiki, das derzeit entwickelt wird, ist eine neue Sicht auf Bräuche verbunden: dabei geht es darum, über das Internet Brauchbeschreibungen zu sammeln und zu dokumentieren, so wie sie tatsächlich heute ausgeübt werden.
Bauleitplanung und Siedlungsentwicklung
Die Umgestaltung von Landschaften und Siedlungen erfordert Gespür für das Vorhandene und Rücksicht auf Natur und Menschen. Dieses Bewusstsein zu vermitteln ist ein wesentlicher Schwerpunkt heimatpflegerischer Arbeit. Sie regt Bauherren, Kommunen und Behörden an, professionelle Hilfe und Erfahrung in Anspruch zu nehmen und dem menschlichen Maß als Grundprinzip Geltung zu verschaffen. Wer die Schönheit der Landschaft und die historischen Stadtbilder für eigene wirtschaftliche Aktivitäten nutzt, muss wissen, dass er damit auch in die Rechte anderer eingreift. Wir können erwarten, dass sich jeder, der vorhat unsere Umwelt umzugestalten, die Mühe macht, mit hohem Aufwand nach einer guten, nach einer möglichst schadensfreien und nach einer zustimmungsfähigen Lösung zu suchen. Sonst werden Siedlungen und Landschaften ohne Not bis zur unkenntlichkeit zugebaut und vernutzt.
Der Landesverein unterstützt Initiativen, die darauf schauen, dass auch die gemeinschaftlichen Argumente und Motive auf den Tisch kommen, dass nicht nur vom Recht auf Nutzung die Rede ist, von Einzelaspekten und von individuellen wirtschaftlichen Belangen, sondern auch das Recht der Bewohner der Region auf eine halbwegs unversehrte Landschaft, auf gemeinschaftsverträgliche und qualitätvolle Lösungen.